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Was ist die Bauproduktenverordnung (CPR)?

Ziel der EU-Bauproduktenverordnung (CPR) ist es, zuverlässige Informationen zur Leistungsfähigkeit von in Bauwerken verwendeten Produkten sicherzustellen. Dies geschieht durch eine Harmonisierung der Bestimmungen hinsichtlich der Art, wie Bauprodukte und Kabel geprüft und klassifiziert werden.

Was bedeutet CPR?

CPR steht für Construction Product Regulation, d.h. für die EU-Bauproduktenverordnung (BauPVo).

Welche Produkte fallen unter die Bauproduktenverordnung (CPR)?

Jedes erzeugte und auf den Markt gebrachte Produkt, das einen dauerhaften Bestandteil eines Gebäudes bildet und dessen Leistung sich auf die Leistung des Gebäudes auswirkt.

Wie wirkt sich die Bauproduktenverordnung (CPR) auf die Kabelindustrie aus?

Die Brandeigenschaften von Kabeln sind für den Brandschutz in Gebäuden bedeutsam. Deshalb wurden Kabel in das europäische Klassifizierungssystem im Rahmen der Bauproduktenverordnung (Construction Products Regulation, CPR) aufgenommen. Dadurch wird für derartige Kabel ein koordinierter Produktstandard, die EN50575, geschaffen.

Wann tritt die Änderung in Kraft?

Zwischen dem 1. Juli 2016 und dem 1. Juli 2017 findet ein schrittweise Übergang zum neuen Standard und zur neuen allgemeinen CE-Kennzeichnung statt. Die Übergangsfrist endet am 1. Juli 2017 und alle nationalen Standards, die zum neuen Standard in Konflikt stehen, dürfen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr angewandt werden. Die CE-Kennzeichnung ist ab diesem Datum Pflicht.

Wen betrifft der neue Standard?

Hersteller sind verpflichtet, Kabel nach dem neuen Standard zu fertigen bzw. auf den Markt zu bringen, eine Leistungserklärung auszustellen und das Produkt mit dem CE-Zeichen zu versehen. Die Produktmerkmale müssen mit der erklärten Leistung übereinstimmen.

Behörden sind verpflichtet, die Anforderungen gegenüber Industrieunternehmen zu spezifizieren.

Kunden wie etwa Bauingenieure, Architekten oder Konstrukteure müssen mit dem neuen Standard vertraut sein, d.h. wissen, was er beinhaltet und welche Produkte er betrifft, um die richtigen Kabel für den jeweiligen Gebäudetyp wählen zu können.

Großhändler müssen mit dem neuen Standard vertraut sein, d.h. wissen, was er beinhaltet und welche Produkte er betrifft. Zudem müssen sie die passende Angebotspalette auf Lager haben.

Auftragnehmer müssen über die Änderung Bescheid wissen und in der Lage sein, die richtigen Kabel zu wählen.

Worin unterscheidet sich der neue Standard vom alten?

Der neue Standard EN 50575 führt verschiedene Standards zusammen, nach denen mehr Parameter als bisher geprüft werden. Dies bedeutet, dass die Kabel nun hinsichtlich Energiegehalt, Brandausbreitung, Rauch, Säuregehalt, Wärmeemission und Tropfenbildung (brennende Kunststofftropfen, durch die sich Feuer ausbreitet) getestet werden.
Nach dem alten Standard wurden Kabel nur hinsichtlich der Brandausbreitung klassifiziert.

Wie heißen die neuen Klassen?

Die neuen Klassen heißen A, B, C, D, E und F, jeweils mit verschiedenen Zusatzbezeichnungen. A bedeutet hierbei, dass das Kabel nicht brennbar ist, F bedeutet, dass das Brandverhalten nicht festgestellt wurde.

Welche Kabeltypen sind betroffen?

Stromversorgungs-, Telekommunikations- und Signalkabel zur dauerhaften Installation in Gebäuden.

Was wurde an den Kabeln geändert?

An einigen Kabeln müssen Änderungen vorgenommen werden, da sie die neuen Anforderungen hinsichtlich Brennbarkeit, Rauchererzeugung oder Tropfenbildung nicht erfüllen.

Weshalb halogenfrei?

Bei Kabeln ohne Halogen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie die Anforderungen an die neuen Brandklassen erfüllen. Im Brandfall entwickeln halogenfreie Kabel nur leichten Rauch ohne korrosive Dämpfe. Somit kann der Unterschied zwischen PVC-Kabeln und halogenfreien Kabeln im Brandfall von entscheidender Bedeutung für die Evakuierung und die Löschung des Brandes sein. Die Entscheidung für halogenfreie Kabel kann Leben retten.

Wie ist ein Hersteller definiert?

Ein Hersteller erzeugt ein Bauprodukt oder lässt ein Bauprodukt erzeugen, das innerhalb der EU verkauft wird. Auch wer das Produkt importiert und als Erster auf den EU-Markt bringt, gilt als Hersteller.

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