Grenzüberschreitende Stromübertragung NordBalt

NordBalt ist ein Gemeinschaftsprojekt der schwedischen und litauischen Übertragungsnetzbetreiber Svenska kraftnät und Litgrid AB. Es ist Teil der litauischen Strategie zur Sicherung der Energieunabhängigkeit durch Zusammenschluss der baltischen Stromnetze mit den Netzen anderer Länder. Gleichzeitig verbessert das Übertragungsnetz auch die Stromversorgung in Südschweden. 

Durch die Zusammenschaltung kann sich der aufstrebende Strommarkt der baltischen Länder in andere Strommärkte integrieren, was den Wettbewerb stärkt und potenziellen Abnehmern mehr Wahlmöglichkeiten gibt. 

Die Zusammenschaltung der Netze über das Meer erfolgt mit einem umweltverträglichen HVDC-Kabelnetzsystem. Der ökologische Aspekt war bei diesem Projekt besonders wichtig, da die Kabeltrasse nicht nur durch ehemalige Bergbaugebiete und Sprengstoffdeponien, sondern auf litauischer Seite auch durch das Naturschutzgebiet Natura 2000 verläuft. 

Das aus See- und Erdkabeln bestehende Gesamtsystem bietet eine Reihe von Besonderheiten und Umweltvorteilen. Dazu gehören geringe Übertragungsverluste, eine hohe Netzstabilität, neutrale elektromagnetische Felder, ölfreie Kabel und eine auf ein Minimum beschränkte Sichtbarkeit. Das System ist für die Integration in ein mögliches Europanetz ausgelegt. 

Das Kabelsystem hat eine Transportleistung von 300 kV und besteht aus einem 2 x 400 km langen HVDC-Seekabel durch die Ostsee sowie auf der schwedischen Seite aus einem 2 x 40 km langen HVDC-Erdkabel nach Nybro und auf der litauischen Seite aus einem 2 x 13 km HVDC-Erdkabel nach Klaipeda. Zum Zeitpunkt der Verlegung war es das mit Abstand längste System aus extrudierten Netzkabeln.

HVDC-Kabelsystem aus 2 x 400 km VPE-isolierten HVDC-Seekabeln, 2 x 40 km VPE-isolierten HVDC-Erdkabeln und 2 x 13 km VPE-isolierten HVDC-Erdkabeln

453 km

Turnkey-DC-Kabelsystem, 300 kV, 700 MW

2010 - 2015

Svenska kraftnät (Schweden) und Litgrid AB (Litauen)

Ostsee (Schweden – Litauen)

 

 

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